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Alsdorf, 30.01.2007

Theater-AG der Alsdorfer Gesamtschule in exzellenter Spiellaune


Die Aufführung hätte ein größeres Publikum verdient gehabt, meinte ein begeisterter Theatergast beim Verlassen des Pädagogischen Zentrums der Alsdorfer Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Dort gab es an zwei Abenden Max Frischs Andorra in einer gelungenen Inszenierung der Theater-AG der Jahrgangsstufen 10 bis 13 der Gesamtschule Alsdorf zu sehen.

In exzellenter Spiellaune stemmten die Schülerinnen und Schüler fast eineinhalb Stunden nicht nur den Text, sondern zeigten u. a. mit einer hervorragenden Gesangseinlage (ein Liebesduett zwischen Barblin und Andri) beste Theaterunterhaltung.

Das Stück spielt in einer nicht näher bestimmten Zeit in Andorra - gemeint ist natürlich nicht der wirkliche Kleinstaat dieses Namens (...) Andorra ist der Name für ein Modell (Max Frisch). Hier begegnet der Zuschauer dem jungen Andri (grandios gespielt von Monika Rupka), dem Pflegesohn des Lehrers Can (Melissa Borowiak). Der Lehrer hat ihn nach seiner Darstellung als Judenkind aus dem Nachbarland gerettet, dem Land der Schwarzen, wo er verfolgt wurde. Andri ist aber in Wirklichkeit der leibliche Sohn Cans und der Senora (in einer Doppelrolle auch als Pater: Carola Busch), einer Schwarzen von drüben, was aber niemand weiß, auch Andri nicht. Die Andorraner, eine rückständige, provinzielle Gesellschaft voller Vorurteile anderen und Fremden gegenüber, sehen in Andri sofort den für sie typischen Juden und behandeln ihn nach diesem vorgefassten Negativbild. Andri übernimmt durch den Zwang der Stigmatisierung dieses Bild und hält daran fest, auch nachdem ihm durch seine wirkliche Mutter seine wahre Herkunft mitgeteilt wird.

Nach dem Mord an der Senora rücken die Schwarzen in Andorra ein, was die Andorraner veranlasst, Andri den Mord in die Schuhe zu schieben. Schließlich wird Andi hingerichtet. Der Lehrer bezeugt zwar öffentlich die Wahrheit, aber niemand glaubt ihm. Er erhängt sich, seine Tochter Barblin wird wahnsinnig.

Spendenübergabe


Zum Inhalt des Stückes heißt es im Programmheft: Im Mittelpunkt des Stückes von Max Frisch steht Andri, der als Angehöriger einer Minderheit zum Außenseiter gemacht wird. Darüber hinaus hat uns besonders die Liebesgeschichte zwischen Barblin und Andri interessiert. Ein junges Paar versucht, gegen Widerstände zueinander zu stehen, jedoch werden sie Opfer ihrer verlogenen Umwelt. Ihre Liebe ist zum Scheitern verurteilt.

Mit dieser Schwerpunktsetzung, die die Liebesthematik in den Mittelpunkt rückt, zeigt die Alsdorfer Inszenierung Frischs eigentliches Anliegen: Es besteht die Möglichkeit, entfremdetes, vorurteiliges menschliches Zusammenleben zu überwinden - die Liebe.

Warmherzig und eindrucksvoll zeigte Nancy Suchy eine verzweifelte Barblin, deren einst so schneeweißes Andorra sich als blutrote Schlachtbank erweist. Janosch Steinbusch (der Soldat) wirkte ausdrucksstark und kraftvoll brutal. In weiteren Rollen: Olga Luft (Mutter), Nadja Reichhart (Doktor), Bianca Rosenthal (Tischler), Jasmin Herzner (Wirtin/ Moderation).
Technisch unterstützt wurde die Produktion von Daniel Göttgens und Jan Langer.

Der Theater-AG unter der Leitung von Studienrat Lamby Georgopoulos ist eine kurzweilige Inszenierung gelungen, die von einem zwar begeisterten Publikum mit viel Beifall belohnt wurde. Man ist neugierig auf Folgeproduktionen des Theaters am Klött.

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