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Eine kleine Olympiade für Sanitäter

DRK – Leistungswettbewerb an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Alsdorf
Alsdorf, 11. April 2001

Nein, wirklich weh tut Frank Theißen nichts. Auch nicht im Bein, dessen Schmerz er gerade glaubhaft rausbrüllt. Diese Pein ist gut gespielt – ein überzeugender Simulant. Das Mitglied des Deutschen Roten Kreuzes ist zur Abwechslung mal nicht Helfer sondern „Unfallopfer“.

Frank Theißen ist einer von zehn freiwillig „Verunglückten“, die am vergangenen Sonntag beim DRK Leistungswettbewerb an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule auf ihre Retter warten. Die Mitglieder der Schmink – und Mimentruppe der Ortsverbände Stolberg und Würselen machen ihren Kameraden die Einsätze so schwer, wie´s eben geht. Denn so echt wie möglich soll´s schon sein. „Wenn die Rettungsteams vergessen, mich zu beruhigen, brülle ich eben noch lauter“, meinte Theißen und gibt eine Kostprobe: „Hey, nicht so fest da draufdrücken, das tut doch weh!“ Das kennt er gut aus anderer Sicht. „Wer viele echte Unfallopfer erlebt hat, kann deren Situation gut nachstellen.“

Gut nachgestellt ist auch das Make-Up. Die Mimen schminken sich gegenseitig, pinseln sich grinsend klaffende Wunden ans Bein und werden vergnügt bei besonders gut gelungenen Einschusslöchern in der Brust. Dann warten sie auf die Rettungsteams. Vier DRK Ortsverbände rücken zum Sanitätsdienst-Wettbewerb auf Kreisebene an. Eine Gruppe aus Alsdorf, eine aus Roetgen, zwei aus Eschweiler. Auf sie warten fünf praktische Einsatzsimulationen und ein theoretischer Test. Kleine Olympiade für Sanitäter.

Gruppe Eschweiler I steht vor einer Treppe, bekommt von Schiedsrichter Hans Dieter Spiertz die erste Aufgabe: „Oben ist eine Person gestürzt. Verbindet die Wunde und bringt sie mit einem Tragering runter.“ Fünf Minuten dauert die Aktion im engen Treppenhaus, Spiertz guckt dabei genau hin. Während unten die Retter die letzten fachmännischen Handgriffe vollziehen, berät er sich abseits mit Kollegen. „Ein Tragering war unsauber gefaltet, der Wundverband zu locker angelegt.“ Er zwinkert: „ Der hielt wohl bloß, weil die Schminke darunter noch feucht war.“ So was bedeutet Punktabzug.

Derweil kämpfen die Alsdorfer draußen mit der Technik. Ihre Aufgabe: „Rettungswagen samt Anhänger in abschüssigem Gelände wenden.“ Das ist knifflig, der Anhänger schwer zu manövrieren, der Radius ziemlich eng. Doch der Fahrer kurbelt tapfer, während sein Team die Straße abriegelt. Nach kurzen drei Minuten ist es vollbracht.

„Tolle Leistung“ wertet Ellen Hansen, Gemeinschaftsleiterin der Rotkreuzgemeinschaft Alsdorf-Mitte. Sie ist stolz, die Vorentscheidung zum ersten Mal nach Alsdorf geholt zu haben, ärgert sich aber über die magere Resonanz. „Von zehn DRK- Ortsvereinen im Kreis kamen nur vier, das ist ziemlich wenig.“ Sie könne da nur mutmaßen, „vielleicht scheuen die anderen die hohe Herausforderung“. Bürgermeister Wolfgang Schwake schließt sich an: ” Schade, der Wettbewerb ist für DRK-Mitglieder immerhin eine tolle Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu testen.“

 

Die beiden Erstplatzierten in Alsdorf – hier links im Bild – haben dazu auf Landesebene im September noch einmal Gelegenheit. Bei 1500 möglichen Punkten kam Eschweiler I mit 1336 auf Platz eins, Roetgen wurde mit 1303 Punkten zweiter. Platz drei gab es für Alsdorf.

wettbewerb

Quelle: Aachener Nachrichten, 03.04.2001

Angezeigter Text: Schulsanitäter
Die letzte Änderung erfolgte am 5. August 2007. Druckversion dieser Seite Druckversion dieser Seite