{"id":9093,"date":"2016-10-31T08:14:32","date_gmt":"2016-10-31T07:14:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/?p=9093"},"modified":"2017-08-19T09:03:58","modified_gmt":"2017-08-19T07:03:58","slug":"schueler-untersuchen-diskriminierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/2016\/10\/31\/schueler-untersuchen-diskriminierung","title":{"rendered":"Sch\u00fcler untersuchen Diskriminierung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-9094\" src=\"https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b2-150x111.jpg\" alt=\"az-b2\" width=\"150\" height=\"111\" srcset=\"https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b2-150x111.jpg 150w, https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b2-300x221.jpg 300w, https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b2.jpg 622w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Zehntkl\u00e4ssler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule besch\u00e4ftigen sich mit <strong>Antisemitismus und Rassismus <\/strong>und drehen eigene Filme.<\/p>\n<p>Hoch konzentriert sitzen <strong>Kim Kopetzki<\/strong> und <strong>Janina L\u00f6bbert<\/strong> vor dem Computer und schneiden Szene f\u00fcr Szene ihre Interviews aus der Alsdorfer Innenstadt. Auch der Rest ihrer Gruppe schaut ab und an von der eigenen Arbeit auf. Auf der Leinwand sind gerade drei von ihnen zu sehen, an der Seite ragt das Mikrofon ins Bild. <!--more-->Dann ein Rauschen im Ton, ein Versprecher oder ein merkw\u00fcrdiger Gesichtsausdruck und alle m\u00fcssen lachen. In das Bearbeitungsprogramm f\u00fcr ihren Film haben sich die Sch\u00fcler\/innen schnell eingefunden und setzen mit wenigen Klicks routiniert die Szenen zusammen und entfernen Verungl\u00fccktes. \u201e<em>Irgendwann werd ich noch Youtube-Star<\/em>\u201c lacht eine. Sie alle arbeiten das erste Mal an einem eigenen Film.<\/p>\n<h3>Drei\u00dfig Sch\u00fcler beteiligt<\/h3>\n<div id=\"attachment_9096\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9096\" class=\"wp-image-9096 size-large\" src=\"https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b1-1024x654.jpg\" alt=\"az-b1\" width=\"1024\" height=\"654\" srcset=\"https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b1-1024x654.jpg 1024w, https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b1-150x96.jpg 150w, https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b1-300x192.jpg 300w, https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b1-768x491.jpg 768w, https:\/\/www.ghg-alsdorf.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/az-b1.jpg 1265w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9096\" class=\"wp-caption-text\">Sch\u00fcler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule \u201edemonstrieren\u201c gegen Rassismus und Antisemitismus. Die Demo auf dem Schulhof ist teil eines Projekts, an dem sie gearbeitet haben.<\/p><\/div>\n<p>Drei\u00dfig Sch\u00fcler aus den zehnten Klassen der Gustav-Heinemann- Gesamtschule haben sich vor den Herbstferien mit Geschichte und Gegenwart von Antisemitismus, Rassismus und anderen Diskriminierungsformen auseinandergesetzt und erstellen nun in drei Kleingruppen eigene Filme zum Thema. Lehrerin <strong>Sibel Yilanci<\/strong> erz\u00e4hlt, dass das Verarbeiten eigener Ideen im Film einen bleibenden Eindruck bei den Sch\u00fclern hinterlasse.<\/p>\n<p>Sie ist begeistert: &#8222;<em>Manchmal m\u00fcsse sie sich stoppen, um nicht zu viele ihrer eigenen Ideen einzubringen.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>Stattdessen will sie ja das Feld ganz den Sch\u00fclern \u00fcberlassen. Aus den Sch\u00fclern werden Multiplikatoren und Experten zum Thema Diskriminierung. Im Unterricht werden die entstandenen Filme weiter behandelt und die Teilnehmenden k\u00f6nnen ihr Wissen an ihre Mitsch\u00fcler weitergeben. So hat die ganze Schule etwas davon.<\/p>\n<p>Eine Szene im Klassenzimmer. Zwei Sch\u00fcler unterhalten sich w\u00e4hrend des Unterrichts \u00fcber das Wochenende und ziehen \u00fcber eine Mitsch\u00fclerin her, bewerfen sie schlie\u00dflich mit Papierb\u00e4llen. Sie wehrt sich lautstark und wird vom Lehrer der Klasse verwiesen.<\/p>\n<p>Ortswechsel in die Pausenhalle. Vor der Sch\u00fclerin bauen sich die beiden anderen Sch\u00fcler auf, greifen nach ihrem Smartphone und nehmen es ihr weg. Szenen, die so auch im Alltag jeder Schule passieren k\u00f6nnen. Beim Anschauen dieser Szenen stellen sich neue Fragen. \u201eWoher kommt Mobbing?\u201c oder \u201eHelfen Strafen gegen Mobbing?\u201c Sorge haben die Sch\u00fcler zudem, dass die Lehrer vom Mobbing in der Schule nichts mitbekommen.<\/p>\n<h3>Ma\u00dfnahmen bei Mobbing<\/h3>\n<p>Hier schaltet sich Schulleiter <strong>Martin May<\/strong> in die Diskussion ein. Was die Sch\u00fcler meinten, wie das Schulpersonal am Besten davon erfahre? \u201e<em>Wenn wir es mitteilen<\/em>\u201c \u2013 <strong>May<\/strong> nimmt die Sch\u00fcler mit in die Pflicht. Eine direkte und sehr erfolgreiche Sanktionsma\u00dfnahme w\u00e4re der sogenannte Trainingsraum. So k\u00e4men nur f\u00fcnf Prozent in ihrer Schullaufbahn erneut her. In der Regel bek\u00e4men Nicht-Betroffene danach von dem Verfahren nichts mehr mit, aber es gehe weiter mit Gespr\u00e4chen mit den Beteiligten und auch den Eltern.<br \/>\nDie Schule habe allerdings nur noch wenig Einfluss auf das, was sich au\u00dferhalb der Schule, vor allem in den Sozialen Medien abspiele. <strong>May<\/strong> best\u00e4rkt seine Sch\u00fcler darin, sich zu engagieren und auch selbst gegen jede Art von Diskriminierung einzutreten.<br \/>\nNicht umsonst ist die GHG eine \u201eSchule ohne Rassismus. Schule mit Courage.\u201c Sie h\u00e4lt ihre Sch\u00fcler zu couragiertem Handeln an und setzt sich, so <strong>Sibel Yilanci<\/strong>, stark gegen Diskriminierung ein. Nicht zuletzt deswegen sei der Verein Bil- dungs-Bausteine schon im vergangenen Jahr an die Schule herangetreten. Yilanci ist ein wenig stolz darauf, eine von drei Schulen in Nordrhein-Westfalen zu sein, die mit dem Verein kooperieren. Das Projekt \u201eVerkn\u00fcpfungen. Antise- mitismus in der pluralen Gesellschaft\u201c ist zun\u00e4chst auf f\u00fcnf Jahre angelegt.<br \/>\nIn ihm werden verschiedene antisemitismus- und rassismuskritische Konzepte, Methoden und Materialien mit den Schulen erprobt und entwickelt. Hierbei sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Antisemitismus, Rassismus und anderen menschenverachtenden Einstellungen und ihre zahlreichen Verkn\u00fcpfungen in Geschichte und Gegenwart aufgesp\u00fcrt und aufgezeigt werden.<br \/>\nAus der Gegenwart j\u00fcdischen Lebens in Alsdorf ist nicht viel zu erfahren. \u201e<em>Voll krass, warum wissen wir nichts \u00fcber die j\u00fcdische Geschichte in Alsdorf?<\/em>\u201c In der Stadt treffen die Sch\u00fcler nur noch auf Spuren davon. Mit Kamera und Mikrofon sind sie losgezogen, diese aufzusp\u00fcren.<br \/>\nVor allem sind es die Stolpersteine und der Gedenkstein am Luisenplatz, die sie finden. Vielen Alsdorfern f\u00e4llt zum Thema Juden in Alsdorf h\u00f6chsten Nationalsozialismus und Deportation ein. \u201e<em>Lass uns zu einer Demo aufrufen gegen das Vergessen!<\/em>\u201c, meint einer. So stehen dann viele Sch\u00fcler des Projekttages mit selbstgestalteten Schildern auf dem Schulhof und protestieren lautstark gegen Rassismus und Antisemitismus.<br \/>\nNat\u00fcrlich wird auch das mitgeschnitten und in einen der Filme aufgenommen. Couragiertes Handeln kann auch das Demonstrieren sein.<\/p>\n<p><em>Entnommen aus Aachener Nachrichten vom 28.10.2016<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hoch konzentriert sitzen Kim Kopetzki und Janina L\u00f6bbert vor dem Computer und schneiden Szene f\u00fcr Szene ihre Interviews aus der Alsdorfer Innenstadt. Auch der Rest ihrer Gruppe schaut ab und an von der eigenen Arbeit auf. 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